Ein weiterer Schritt in Richtung Open Government ist gemacht: Auf einer Pressekonferenz wurde heute das Open Data Portal der Hansestadt frei geschaltet.
Der Zeitpunkt ist gut gewählt, denn derzeit hat es die Diskussion um offene Daten und offenes Regieren sogar in die „Qualitätsmedien“ geschafft (Überblick: hier). Anlass ist die bevorstehende Eröffnung des Datenportals des Bundes (Arbeitstitel zunächst Open Data Portal, jetzt als GovData Portal bezeichnet). Hierfür wurden eigene Lizenzen entwickelt, was viel Anlass zur Kritik gegeben hat. So bemängelt unter anderem die Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. in einer Erklärung :
“Auch wenn das vorgeschlagene Lizenzmodell in seiner Einfachheit besser als das völlig unbrauchbare GeoLizenzen-Modell ist, erschwert es dennoch über die Maßen die Verbreitung, Weiternutzung und Verschränkung der Daten. Anstatt auf international etablierte offene Lizenzmodelle zurückzugreifen wird ein neues Modell ‚Marke Eigenbau‘ als Insellösung geschaffen, das für erhebliche Rechtsunsicherheit sorgt.”
Andere befürchten dagegen, dass die scharfe Kritik die Bemühungen um Open Government insgesamt zurückwirft.
“Welcher wohlmeinende Verwaltungsbeamte oder –angestellte, der sich eigentlich für mehr Offenheit, Transparenz und Partizipation engagieren will, wird sich demnächst noch ohne Angst auf das Thema Open Government und eine informelle Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft einlassen, wenn bei Schritten und Ergebnissen, die nicht sofort und vollständig den dogmatischen Maximalansprüchen unserer Communities genügen, unmittelbar der Shitstorm droht und die eigene Hausleitung blamiert wird, wahrscheinlich auch noch gleich international?”, fragt Thomas Langkabel auf gov20.de.
In Hamburg braucht man sich darüber wohl keine Sorgen zu machen, denn es werden nur Daten veröffentlicht, deren Weiterverwendung uneingeschränkt erlaubt ist. Das Vorhaben selbst wurde der Open Data Community bereits vor einiger Zeit beim Open Government Stammtisch vorgestellt und für einige engagierte „Datenaktivisten“ gab es ein „Sneak Preview“.
“Mit dem Open Data Portal stellt die Verwaltung Daten aus erster Hand zur Verfügung, zurzeit sind es rund 60 Datensätze und Anwendungen. Alle Behörden haben sich beteiligt: Geo- und Umweltdatendaten sind ebenso zu finden wie Haushaltsdaten, schulstatistische Daten und Daten aus dem Sozial-, Bau- und Wirtschaftsbereich. Der Datenbestand soll sukzessive aufwachsen”, heißt es in der Presseeklärung. Und: “Anregungen werden gerne aufgenommen”.
Das DEMOS Team gratuliert!