Here comes everybody!

Unter diesem Titel bespricht Clay Shirky die Entwicklung des Netzes hin zum Medium, dass von den Nutzern selbst gestaltet wird. An sich ein alter Hut. Über das Mit-Mach-Netz sprechen wir schon lange. Allerdings haben sich die Dimensionen in denen diese Entwicklungen geschehen in den letzten zwei Jahren deutlich verändert. Webseiten, die auf von Nutzern generierten Inhalten und Aktivitäten gestützt sind, haben ihren Weg längst in den Mainstream gefunden. Dies kann man für den englischsprachigen Raum eindeutig sagen – für Deutschland aber vermutlich ebenso.


Von den Top 50 Webseiten der Welt (Ende 2007) sind 15-20 (je nach Definition) solche auf denen die Inhalte ausschließlich oder nahezu ausschließlich von den Nutzern generiert werden. Um dies einmal in ein Verhältnis zu setzen: Schon DIGG.com verzeichnet monatlich 26 Millionen individuelle Besucher auf der Webseite und ist dabei erst auf Platz 32 der Top 50. Webseiten, wie Myspace, Wikipedia oder auch Youtube sind deutlich höher in dem Ranking zu finden.

Hält man nur die Ranking der deutschen Webseiten dagegen, so könnte man behaupten, dass dieser Trend nicht für Deutschland gilt. In den Top 50 laut AGOF finden sich nur acht reine nutzergenerierte Seiten. Diese Sichtweise versperrt allerdings den Blick darauf, dass ein großer Teil der aus Deutschland kommenden Nutzung dieser Art von Angeboten auf englischsprachigen und speziell amerikanischen Webseiten stattfindet. So stammen ca. 3,6 % der Myspace.com-Nutzer aus Deutschland. Bei Wikipedia.org sind es rund 7%. Es ist also anzunehmen, dass auch in Deutschland das selbst gestaltete Web in der Mitte der Internetnutzerschaft angekommen ist.

Sicherlich sind nicht alle dieser Besucher aktiv in dem Sinne, dass sie selbst Inhalte beitragen aber die Wichtigkeit dieser Form der Gestaltung des Netzes ist offensichtlich geworden. Vielleicht sollte Clay Shirky sein Buch in der zweiten Auflage mit “Here is everybody” übertiteln!

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