Internetnutzung: Wer sich nicht auskennt, fordert Schutz!

…und wer sich sicher fühlt, wünscht sich Freiheit. Dies ist nur eine Erkenntnis der sehr beachtenswerten Studie zur Internetnutzung, die das SINUS Institut im Auftrag des DIVSI (Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet) durchgeführt hat.

Die Studie zeichnet sich vor allem durch einen qualitativen Ansatz aus, der nicht nur nach Alter, Geschlecht, Einkommen und Internetanschlüssen fragt. Stattdessen haben sich die „Milieu-Forscher“ ins Feld begeben, sich mit den Teilnehmenden in deren Wohnungen getroffen und sich zeigen lassen, wie bei ihnen das Internet genutzt wird.

Dabei hat sich herausgestellt, dass fast 39% der über 14-Jährigen das Internet nicht oder kaum nutzen. Zwar fehlt nur etwa 20% der Deutschen ein häuslicher Internetanschluss, dies sagt aber noch wenig über das Nutzungsverhalten aus. Zu den „digital excluded“ gehören der Studie zufolge „internetferne Verunsicherte“ und „Ordnungsfordernde Internetlaien“.

Dieser Personenkreis ist besonders empfänglich für zum Teil populistische Forderungen nach stärkerer Überwachung und Regulierung des Netzes. Die Gruppe der „unbekümmerten Hedonisten“ findet dagegen eine gewisse Anarchie im Netz reizvoll.

Die Studie unterteilt Internetnutzer in sieben unterschiedliche Milieus und veranschaulicht diese mit Fotografien von Personen und deren Wohnungseinrichtungen. Gerade dieses Material macht das Lesen der Studie sehr unterhaltsam und liefert im Wortsinne Einblicke, die man bei rein quantitativen Analysen vergeblich sucht.

DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet

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