Risiken eingehen um im Web 2.0 erfolgreich zu sein

Dies ist die interessante und auch nachvollziehbare These, die John S. Monroe in seinem Artikel in der FCW ausführt. Garniert wird das Ganze durch knackige Aussagen wie die folgenden:

  •     To take control, give up the illusion of control
  •     Learn from your audience and embrace the unexpected
  •     Failure is one of the surest signs of success

Was ist gemeint?

Zu oft wird befürchtet, bei einem Einsatz von Social Media Tools die Kontrolle über die Inhalte, über die stattfindende Kommunikation zu verlieren. Die Vorstellung davon, Kommunikation überhaupt kontrollieren zu können ist jedoch ohnehin eine Illusion, die nicht einmal in einer Interaktionssituation, in einem Dialog unter Anwesenden – wie jeder aus eigener Erfahrung nachvollziehen kann – sich auf Recht erhalten lässt. Weder der Schreibende noch der Sprechende sind in der Lage, das Verstehen des Zuhörers oder des Lesers wirklich zu kontrollieren.
Die gesamte Idee ist also eine Illusion, von daher kann man sich getrost von der Vorstellung verabschieden, Kommunikation kontrollieren zu können. Das Web 2.0 bietet aber dennoch Möglichkeiten, Auswüchse zu verhindern. Statt zu versuchen, auf die Inhalte, die die Nutzer schreiben und veröffentlichen, Einfluss zu nehmen und diese zu reglementieren, sollte die Kontrolle bei den Nutzern selbst liegen. Vertrauen ist hierzu das Schlüsselkonzept.
Mit dem Vertrauen stellt sich auch Offenheit ein. Offenheit für die überraschenden Wendungen und Richtungen, in die das Unterfangen Social Media einnimmt. Wenn man vertraut, keine Kontrolle über die Inhalte mehr haben will, kann man bereit sein, der Kreativität der Masse zu begegnen, von ihr zu Lernen und die „Überraschung zu umarmen“.
Sehr wahrscheinlich begeht man dabei den einen oder anderen Fehler. Letztendlich geht es im Web 2.0 um Beziehungen und Beziehungspflege, und die sind – auch eine Erfahrung, die jeder nachvollziehen kann – anfällig für Irrtümer und Missverständnisse, aber eben auch flexibel genug, um Fehler auszuhalten und Korrekturen zu gestatten. Wenn man darauf vorbereitet ist, Fehler zu machen, kann man schnell reagieren und den angerichteten Schaden wieder beheben.

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  1. Steven Raddick hat in Anlehnung an das Cluetrain Manifesto formuliert:

    “Die Risiken des Einsatzes sozialer Medien sind wesentlich geringer als die Risiken soziale Medien NICHT einzusetzen.”

    Ich denke, dies gilt es sich bewußt zu machen, wenn es um den Einsatz sozialer Medien in der eigenen Organisation geht. Natürlich birgt deren Verwendung Risiken und der Einsatz von Web 2.0-Anwendungen ist sicher längst nicht überall gerechtfertigt. Die Chancen aber, wie zum Beispiel auf neuen Kanälen öffentlich zu kommunizieren und so mehr Transparenz zu erzielen, dürften die Risiken vielfach überwiegen.

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